Die große Pausetaste

Die große Pausetaste.
Wenn die Normalität auf Stopp steht und warum eine Umarmung so schwer fällt.

Einer der ungewöhnlicheren Aspekte in dieser Social Distancing Zeit, ist die Begegnung mit meiner Mama. Das war in diesen letzten Tagen und Wochen anders.

Das Verhalten, meine Gefühle ihr gegenüber sind anders als sonst. So weit entfernt, so leise, so unecht und doch vertraut.
Jemand hat hier auf die ganz, ganz große Pausetaste gedrückt. Emotionen stehen still, können nicht fließen, sind abgeschottet. Nicht nur durch eine Maske am Mund. Da ist mehr. Mein ganzer Körper fühlt sich eingehüllt an.

Und was passiert wenn jemand wieder die Starttaste drückt? Wenn die Normalität wieder seinen Lauf nimmt? Was ist dann?

Startet dann alles in mir wie vorher oder braucht es ein Warmlaufen? Kann ich meine Mama ganz fest drücken? So wie es ich mir in den letzten Wochen und Monaten visualisiert und gewünscht habe. Oder schlummern da noch Ängste der Unsicherheit und der Ansteckungsgefahr oder sogar Schuldgefühle?

Soll ich mich lieber noch ein wenig zurückhalten oder mir mehr Zeit für diese gewünschte Umarmung geben?

Ich weiß es nicht.
Vielleicht kommt der richtige Zeitpunkt – die Starttaste für eine innige Umarmung mit meiner Mama selbst auszulösen. Und dann ist dieser Moment genau richtig, um es einfach zu tun.

Von Nicole Burtscher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code