Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, mach Limonade daraus

Foto von Nicole Burtscher


Was uns innerlich zurückhält – und warum ein Blick nach innen vieles verändern kann

„Eigentlich weiß ich, was ich verändern möchte – aber irgendwie komme ich nicht weiter.“

Diesen Satz höre ich in meiner Beratung und im Coaching immer wieder. Die Anliegen, mit denen Menschen zu mir kommen, sind sehr persönlich und unterschiedlich. Es geht um Herausforderungen im Job, in der Beziehung oder Familie, um Freundschaften, persönliche Entwicklung, sportliche Ziele oder das Gefühl, im eigenen Leben festzustecken.

Hinter den sichtbaren Themen zeigen sich häufig emotionale Blockaden und alte Muster. Sie sind nicht „schlecht“. Viele davon sind entstanden, um uns vor Verletzung, Ablehnung oder Enttäuschung zu schützen. Doch was früher hilfreich war, kann uns heute daran hindern, Entscheidungen zu treffen, Nähe zuzulassen oder unseren eigenen Weg zu gehen.

Auch aus meiner eigenen Selbsterfahrung weiß ich: Der ehrliche Blick nach innen ist nicht immer angenehm. Aber er kann vieles in Bewegung bringen.


Der emotionale Schutz

Viele Menschen haben gelernt, stark zu sein und Verletzlichkeit möglichst nicht zu zeigen. Dieser unsichtbare Mantel schützt vor Schmerz. Gleichzeitig hält sie aber auch Nähe, Freude und echte Verbundenheit fern.

Das kann sich in allen Lebensbereichen zeigen: Wir lassen niemanden wirklich an uns heran, möchten alles allein schaffen oder haben das Gefühl, immer funktionieren zu müssen.

In der Beratung und im Coaching geht es nicht darum, diesen Schutz einfach abzulegen. Es geht darum, zu verstehen, warum er entstanden ist und was es heute braucht, damit wieder mehr Vertrauen möglich wird.


Harte Schale – weicher Kern

Viele Menschen wirken nach außen stark, selbstbewusst und souverän. Sie übernehmen Verantwortung, zeigen Leistung und vermitteln den Eindruck, alles im Griff zu haben. Innerlich fühlen sie sich jedoch oft unsicher, klein oder nicht gut genug.

Wenn der eigene Selbstwert nicht wirklich trägt, versuchen wir häufig, diese Unsicherheit durch Leistung, Kontrolle oder Anpassung auszugleichen. Wir erfüllen Erwartungen und zeigen nach außen ein Bild, das sich im Inneren ganz anders anfühlt.

Das kostet viel Kraft. Echter Selbstwert entsteht für mich dort, wo wir uns selbst besser kennenlernen, unsere Werte ernst nehmen und nicht mehr ständig beweisen müssen, dass wir gut genug sind.


Gut ist nicht gut genug

Perfektionismus sieht auf den ersten Blick nach Ehrgeiz aus. Dahinter steckt jedoch häufig die Angst, Fehler zu machen, nicht zu genügen oder von anderen bewertet zu werden.

Wir warten auf den richtigen Zeitpunkt, die perfekte Vorbereitung oder darauf, dass wir uns endlich bereit fühlen. Dadurch bleiben wir stehen, obwohl wir uns eigentlich Veränderung wünschen.

Entwicklung braucht keine Perfektion. Sie beginnt im Tun – mit kleinen Schritten, die in unseren wirklichen Alltag passen.


Angst vor Veränderungen

Selbst eine Situation, die uns nicht mehr guttut, kann sich sicher anfühlen, weil wir sie kennen. Das Neue bringt Unsicherheit mit. Deshalb bleiben wir manchmal in belastenden Situationen oder vertrauten Verhaltensmustern.

Mut bedeutet für mich nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, die Angst wahrzunehmen und trotzdem einen ersten Schritt zu wagen. In der Beratung und im Coaching schauen wir gemeinsam darauf, was Sicherheit gibt und welcher nächste Schritt wirklich machbar ist.


Festhalten an Vergangenem

Vergangene Erfahrungen prägen uns. Manchmal wirken alte Verletzungen, Enttäuschungen oder Konflikte noch lange in unser heutiges Leben hinein. Wir reagieren dann nicht nur auf das, was gerade geschieht, sondern auch auf das, was wir früher erlebt haben.

Loslassen bedeutet nicht, zu vergessen oder etwas gutzuheißen. Es bedeutet, dem Erlebten einen Platz zu geben, an dem es nicht mehr jede heutige Entscheidung bestimmt.

Wenn wir verstehen, woher unsere Reaktionen kommen, entsteht wieder mehr Freiheit für das, was jetzt möglich ist.


Stress und Überlastung

Viele Menschen sind es gewohnt, einfach weiterzumachen: im Beruf leisten, für andere da sein, Beziehungen pflegen, trainieren und möglichst alle Erwartungen erfüllen.

Irgendwann wird die innere Anspannung zum Dauerzustand. Wir schlafen schlecht, sind gereizt, können nicht mehr abschalten oder verlieren den Kontakt zu unseren eigenen Bedürfnissen.

In solchen Phasen braucht es nicht noch mehr Druck. Es braucht Entlastung, Orientierung und einen ehrlichen Blick darauf, was gerade zu viel ist.


Negative Glaubenssätze

„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich muss stark sein.“
„Ich darf niemanden enttäuschen.“
„Ich kann das sowieso nicht.“

Solche inneren Sätze wirken häufig unbewusst. Sie beeinflussen unsere Beziehungen, unsere beruflichen Entscheidungen, unsere persönlichen und sportlichen Ziele und den Umgang mit uns selbst.

Diese Überzeugungen fühlen sich wie Wahrheiten an. Oft sind sie jedoch erlernte Muster. Sobald wir sie erkennen, können wir beginnen, sie zu hinterfragen und neue Sichtweisen zu entwickeln.


Veränderung beginnt mit einem ehrlichen Blick nach innen

Menschen kommen mit ganz unterschiedlichen Anliegen in die Beratung oder in ein Coaching. Manchmal gibt es einen konkreten Auslöser. Manchmal ist es nur das leise Gefühl, dass etwas im eigenen Leben nicht mehr stimmig ist.

Beratung, Coaching und Systemaufstellungen bedeuten für mich nicht, fertige Lösungen vorzugeben. Es geht darum, gemeinsam sichtbar zu machen, was im Hintergrund wirkt. In einem geschützten Raum darf ausgesprochen werden, was vielleicht schon lange beschäftigt. Muster können erkannt, neue Perspektiven entwickelt und die eigenen Ressourcen wieder zugänglich gemacht werden.

Wahre Veränderung beginnt nicht im Außen. Sie beginnt dort, wo wir bereit sind, uns selbst ehrlich zu begegnen und zu verstehen, warum wir reagieren, wie wir reagieren. Wir müssen nicht sofort unser ganzes Leben verändern. Oft beginnt etwas Neues mit einem kleinen Schritt in die eigene Richtung.

Und manchmal tut es gut, diesen Schritt nicht allein gehen zu müssen.

Ich freu mich, dich kennenzulernen. : )
Deine Nicole

Urlaub darf wirken

Foto von Nicole Burtscher


Sommer, Sonne, Sonnenschein

Zum Ferienbeginn erlebe ich jedes Jahr aufs Neue, wie sehr viele Menschen aufatmen.
Endlich ein wenig raus aus dem Alltag. Raus aus Terminen, Verpflichtungen, To-do-Listen und diesem Gefühl, ständig funktionieren zu müssen.

Ganz ehrlich: Ich kann das total verstehen.
Manchmal ist der Körper zwar schon im Urlaub oder in der freien Zeit angekommen, aber der Kopf läuft noch weiter. Gedanken an die Arbeit, offene Aufgaben oder Dinge, die noch erledigt werden sollten, sind nicht einfach mit dem letzten Arbeitstag verschwunden.

Oft braucht es ein paar Tage, bis wir wirklich spüren:
Jetzt darf ich langsamer werden.
Jetzt muss ich nicht sofort reagieren.
Jetzt darf ich einfach einmal sein.

Lange war sich die Forschung gar nicht so sicher, ob Urlaub wirklich so stark erholsam wirkt, wie wir es uns oft wünschen. Eine neue Überblicksarbeit zeigt nun aber deutlich: Auszeiten vom Job können unser Wohlbefinden spürbar steigern.


Urlaub beginnt bei mir

Mir gefällt daran besonders gut, dass Erholung nicht nur dadurch entsteht, dass wir wegfahren. Für mich beginnt Erholung dort, wo ich innerlich Abstand gewinnen darf.

Wo ich nicht ständig erreichbar sein muss.
Wo ich nicht leisten muss.
Wo ich wieder mehr spüre, was mir guttut.
Wo Zeit nicht nur gefüllt, sondern wirklich erlebt wird.

Ein erholsamer Urlaub muss aus meiner Sicht nicht perfekt sein. Er muss nicht weit weg sein, nicht teuer, nicht durchgeplant und auch nicht besonders spektakulär. Oft sind es die einfachen Dinge, die uns wieder näher zu uns selbst bringen: gemütlich frühstücken, barfuß gehen, lesen, lachen, draußen sein, gute Gespräche führen oder einfach einmal nichts tun.

Und genau dieses Nichts-Tun fällt vielen von uns gar nicht so leicht.

Weil wir gewohnt sind, weiterzumachen.
Weil wir gelernt haben, produktiv zu sein.
Weil Pausen manchmal fast ein schlechtes Gewissen auslösen.

Dabei ist Erholung kein Zeichen von Schwäche. Für mich ist sie ein wichtiger Teil von Selbstfürsorge, Gesundheit und innerer Stabilität.

Urlaub darf eine Einladung sein, wieder bei sich selbst anzukommen. Vielleicht auch mit der ehrlichen Frage:


Was brauche ich gerade wirklich?

Mehr Ruhe?
Mehr Bewegung?
Mehr Leichtigkeit?
Mehr Nähe?
Mehr Alleinzeit?
Mehr Natur?
Mehr Sein statt Tun?

Gerade zum Ferienbeginn wünsche ich mir, dass wir Urlaub nicht nur als Belohnung für geleistete Arbeit sehen. Sondern als wichtigen Raum, in dem wir auftanken dürfen. Als Zeit, in der nichts optimiert werden muss. Als Möglichkeit, wieder mehr Verbindung zu spüren – mit uns selbst, mit unseren liebsten Menschen und mit dem, was im Alltag oft zu kurz kommt.


Denn ja: Urlaub wirkt.

Vor allem dann, wenn wir ihn nicht nur nehmen, sondern auch wirklich zulassen.

Genießt den Sommer,
Eure Nicole

Narzissmus – zwischen Unsicherheit und Selbstdarstellung

Foto von Elena Kloppenburg auf Unsplash


Die „Ich-Sucht“

Der Begriff Narzissmus wird heute schnell verwendet. Oft reicht schon ein selbstbewusstes oder dominantes Auftreten, und jemand wird als narzisstisch bezeichnet. Doch so einfach ist es nicht. Ein gesundes Maß an Selbstwert, Stolz und der Wunsch, gesehen zu werden, gehören ganz normal zum Menschsein dazu.

Schwierig wird es dort, wo sich alles nur noch um das eigene Bild nach außen dreht: bewundert werden wollen, keine Kritik aushalten können, andere abwerten und sich innerlich ständig überlegen oder bedroht fühlen. Hinter dieser oft großen Fassade steckt nicht selten eine tiefe Unsicherheit.


Narzissmus verstehen. Klarheit für Beziehungen und Selbstschutz

Für unseren Alltag ist vor allem eines wichtig: Nicht jedes starke Ego ist gleich Narzissmus. Und nicht jede selbstbezogene Person ist krank. Trotzdem tut es gut, genauer hinzusehen – besonders in Beziehungen, im Beruf oder in der Familie. Denn wenn ein Mensch immer wieder die Aufmerksamkeit an sich zieht, kaum Mitgefühl zeigt und andere klein macht, kann das im Miteinander sehr belastend werden.

Ein hilfreicher Gedanke dabei ist: Menschen mit stark narzisstischen Zügen wirken nach außen oft groß – fühlen sich innerlich aber schnell gekränkt, übersehen oder nicht genug. Das erklärt manches Verhalten, entschuldigt es aber nicht.

Für den Umgang damit heißt das: klar bleiben, Grenzen setzen, sich selbst ernst nehmen und nicht in jede emotionale Dynamik hineinziehen lassen. Verstehen hilft – aber Selbstschutz ist genauso wichtig.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Wahre Stärke zeigt sich nicht in Größe, Macht oder Selbstdarstellung – sondern in echter Verbindung, Mitgefühl und einem gesunden Blick auf sich selbst und andere.


Symptome

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeigt sich laut dem Diagnostischen und Statistischen Manual psychischer Krankheiten (DSM-5) so:
Für die Diagnose müssen mindestens fünf der neun Kriterien erfüllt sein. (Quelle: quarks.de)

 

1. Die Person hält sich für grandios wichtig.

2. Sie ist stark eingenommen von Fantasien, von Erfolg, Macht und Schönheit.

3. Sie glaubt einzigartig und besonders zu sein und nur von ebenso angesehenen und erfolgreichen Menschen verstanden zu werden.

4. Sie verlangt nach übermäßiger Bewunderung.

5. Sie hegt ständig Ansprüche auf eine Sonderbehandlung.

6. Andere nutzt die Betreffende für ihre eigenen Ziele aus.

7. Es fehlt an Empathie: Die Gefühle und Bedürfnisse der Mitmenschen werden nicht gesehen.

8. Die Person ist oft neidisch auf andere oder glaubt umgekehrt, andere neiden ihr ihren Erfolg.

9. Sie benimmt sich arrogant und überheblich.


Hilfreiche Tools im Umgang mit narzisstischen Verhaltensmustern

Wenn du mit Menschen zu tun hast, die dich klein machen, deine Grenzen übergehen oder alles auf sich beziehen, hilft nicht endloses Erklären – sondern vor allem innere Klarheit.

  • Realitätscheck statt Selbstzweifel
    Frage dich: Was ist tatsächlich passiert – und was wird mir gerade eingeredet?
    Das hilft dir, bei dir zu bleiben und dich nicht in Schuldgefühle oder Verwirrung ziehen zu lassen.

  • Klare Grenzen in kurzen Sätzen
    Zum Beispiel:
    „So möchte ich nicht mit mir sprechen lassen.“
    „Das ist für mich nicht in Ordnung.“
    „Ich beende das Gespräch an dieser Stelle.“

  • Nicht rechtfertigen, nicht kämpfen, nicht endlos erklären
    Du musst nicht jede Kritik widerlegen oder dich ständig beweisen. Manchmal ist weniger Reaktion der stärkere Weg.

  • Emotionale Distanz aufbauen
    Frage dich innerlich: „Gehört das wirklich zu mir – oder ist das gerade die Sicht des anderen?“
    So schützt du dich davor, alles persönlich zu nehmen.

  • Innere Selbstverankerung
    Sage dir bewusst:
    „Ich darf mich ernst nehmen.“
    „Meine Wahrnehmung zählt.“
    „Ich stehe für mich ein.“

  • Die 3-Atemzüge-Pause
    Bevor du (re)agierst: geh einen Schritt zurück und nimm drei bewusste Atemzüge.
    Diese kleine Pause, dieser bewusste Raum hilft dir, ruhiger und klarer für den nächsten Schritt zu bleiben.

  • Muster aufschreiben
    Wenn dich Gespräche immer wieder verwirren, notiere dir danach kurz, was passiert ist. Das schafft Klarheit und stärkt dein Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.

  • Unterstützung annehmen
    Du musst solche Dynamiken nicht allein tragen. Es kann sehr entlastend sein, mit einer vertrauten Person oder einer professionellen Begleitung darüber zu sprechen.


Die wichtigste innere Haltung

Verstehen ist hilfreich. Doch Selbstschutz ist wichtiger.
Du darfst mitfühlend sein – und trotzdem „gesunde Grenzen“ setzen.


Hole dir Unterstützung

Wenn du merkst, dass eine Beziehung dir mehr Kraft nimmt als gibt, musst du da nicht alleine durch.
Im Coaching, in einer psychologischen Beratung oder in einer systemischen Aufstellung unterstütze ich dich dabei

  • Klarheit zu schaffen
    Belastende Dynamiken werden besser erkennbar und verständlicher.

  • Die eigene Wahrnehmung zu stärken
    Zweifel an sich selbst können sich lösen, und das Vertrauen in die eigene innere Stimme wächst.

  • Grenzen setzen lernen
    Es entsteht mehr Sicherheit im Umgang mit schwierigen Menschen und Situationen.

  • Den Selbstwert stabilisieren
    Coaching und Beratung unterstützen dabei, wieder mehr innere Stärke und Klarheit zu finden.

Melde dich gerne für ein Kennenlernen und einen Ersttermin.
Ich freu mich,
deine Nicole

Toxische Beziehungen

Foto von Raymond Petrik auf Unsplash


Wenn Nähe weh tut – toxische Beziehungen erkennen und lösen

Am Anfang fühlt es sich oft wie Liebe pur an: intensive Nähe, starke Gefühle, das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Doch irgendwann kippt etwas. Streit eskaliert, kleine Dinge werden zu großen Dramen. Nähe und Rückzug wechseln sich ab. Du bist ständig angespannt – und trotzdem fällt es schwer, zu gehen.

In toxischen Beziehungen geht es nicht um einzelne Konflikte, sondern um wiederkehrende Muster: Abwertung, Schuldzuweisungen, emotionale Manipulation oder Kontrolle. Nach jeder Krise folgt wieder eine schöne Phase – und genau das hält viele fest. Hoffnung und Schmerz liegen nah beieinander.

Viele Betroffene merken körperlich, dass etwas nicht stimmt: Schlafprobleme, innere Unruhe, Zittern, Erschöpfung. Gleichzeitig schwindet das Selbstvertrauen und der Selbstwert. Man beginnt, an sich zu zweifeln, zieht sich zurück und verliert den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen.


Toxische Dynamiken im Alltag: Freundschaften und Arbeitsbeziehungen

Toxische Beziehungen zeigen sich nicht nur in Partnerschaften, sondern auch im Freundeskreis und im beruflichen Umfeld.
Manche Menschen fühlen sich nach Gesprächen ständig erschöpft, klein gemacht oder innerlich angespannt – egal ob nach einem Treffen mit Freund:innen oder nach einem Arbeitstag. Grenzen werden übergangen, Schuld wird verschoben oder Konflikte schwelen dauerhaft. Oft bleibt das Gefühl zurück, „nicht richtig“ oder „gut genug“ zu sein.
Dabei gilt auch hier: Beziehungen und Arbeitsbeziehungen dürfen unterstützen – nicht krank machen.


Wichtig zu wissen

Du bist nicht „zu sensibel“ – und du bist nicht schuld.
Nicht du bist falsch, sondern die Dynamik der Beziehung.

Der Ausstieg aus einer toxischen Beziehung ist selten ein schneller Schritt. Es ist ein Prozess – der Klarheit, innere Stabilität und Unterstützung braucht. Allein ist das oft kaum zu schaffen – und das ist kein Versagen, sondern menschlich.


Hole dir Unterstützung

Wenn du merkst, dass eine Beziehung dir mehr Kraft nimmt als gibt, musst du da nicht alleine durch.
Im Coaching, in einer psychologischen Beratung oder in einer systemischen Aufstellung unterstütze ich dich dabei

  • Klarheit über deine Situation zu gewinnen

  • dich wieder mit dir selbst zu verbinden

  • alte Bindungsmuster zu verstehen und zu lösen

  • und neue, gesunde Wege für dich zu finden.


Melde dich gerne für einen Ersttermin.
Ich freu mich,
deine Nicole

Blick in die Zukunft

Foto von Nicole Burtscher


Letztens habe ich im „Standard“ einen Bericht gelesen.

Viele Menschen in Österreich blicken pessimistisch in die Zukunft. Nachrichten über Kriege, Naturkatastrophen, Inflation oder technologische Risiken wirken überwältigend. Kein Wunder, dass knapp die Hälfte der Bevölkerung eher negativ in die Zukunft schaut.

Dabei zeigt ein Blick auf langfristige Entwicklungen: Vieles läuft besser denn je. Die Lebenserwartung steigt, die Gesundheitsversorgung ist erstklassig, die Zahl der Verkehrstoten sinkt, Gleichberechtigung und Luftqualität verbessern sich und erneuerbare Energien nehmen zu. Auch beim Einkommen und Konsum geht es den meisten Menschen deutlich besser als früher – mehr Geld und Zeit für Hobbys, Reisen oder Cafés.


Warum ist das so?

Unser negativer Blick auf die Welt hat oft mit Verzerrungen im Denken zu tun: Wir nehmen Risiken übertrieben wahr, aktuelle Schreckensmeldungen prägen unser Bild stärker als langfristige positive Entwicklungen. Beispiele dafür sind Terrorismus oder Künstliche Intelligenz – die Gefahren erscheinen oft größer, als sie statistisch wirklich sind. Evolutionsbedingt ist unser Gehirn stark negativ- und problemorientiert ausgerichtet. Früher half uns das, Gefahren früh zu erkennen. Heute lässt es uns jedoch oft die positiven Entwicklungen übersehen.


Mentale Tipps für mehr Optimismus

Nachrichten bewusst auswählen: Begrenze die Zeit, die du täglich mit negativen News verbringst und lies zur Abwechslung auch positive Beiträge.

Dankbarkeit üben: Mache dir öfters mal bewusst, wofür du dankbar bist – das stärkt die Wahrnehmung des Guten. (Positive Psychologie)

Realistisch aktiv werden: Überlege, was du konkret in deinem Alltag verändern oder zum Positiven verbessern kannst, z. B. in deinem Job, im Verein, bei dir zu Hause. 

Perspektive wechseln: Wo ist dein Fokus? Wo schaust du hin? Bewusster Blick auf die unscheinbaren kleinen und schönen Dinge im Leben. (Systemaufstellung)

Situationen neu bewerten: Lerne, deine Denk- und Verhaltensmuster bewusst zu verändern. Betrachte Situationen neutral und sachlich – bleibe in der Beobachtung. Oder wähle eine positive Perspektive – gerne mit einer Prise Humor und positiven Emotionen. (Mentalcoaching)

Optimismus trainieren: Setze dir kleine Ziele und feiere Erfolge, um Vertrauen in deine eigene Handlungsmacht zu stärken.


Optimismus ist übrigens nicht naiv.

Studien zeigen, dass Menschen mit einer positiven Grundhaltung gesünder und länger leben. Pessimismus hingegen unterstützt die Angst, lähmt Handlungen und raubt enorm viel Kraft. 

Wer die Welt etwas positiver sieht, erkennt nicht nur Fortschritte, sondern bekommt auch Energie, die Zukunft aktiv mitzugestalten – und das macht selbst große Herausforderungen leichter bewältigbar.

Alles Gute für dich.
Deine Nicole

Quelle: Der Standard, 10.10.2025

Reise zu mir


Richtig Urlaub machen – aber wie?

Urlaub soll eigentlich erholen – tut er aber oft nicht mehr. Viele hetzen auch in der freien Zeit weiter, statt wirklich runterzufahren.

„Erhol dich gut!“ klingt nett – ist aber fast schon ein Befehl geworden. Der Druck, im Urlaub perfekt zu entspannen, ist groß: ausschlafen, Energie tanken, posten, bitte erholt zurückkommen – sonst war’s kein „guter“ Urlaub.

Früher hieß Urlaub: Zeit vertrödeln, barfuß durchs Gras, den Himmel anschauen. Heute ist es oft ein Projekt mit Plan, Programm und Performance.


Was ich dazu sage

Die meisten Menschen wissen gar nicht mehr, wie sie wirklich zur Ruhe kommen. Wir funktionieren im Alltag im falschen Rhythmus – und nehmen diesen Stress mit in den Urlaub. Dabei ist gerade das Ausschlafen, Faulenzen, Genießen und „weniger müssen – mehr dürfen“ wichtig, um wieder in Balance zu kommen.

Ich vergleiche unseren Energiehaushalt gerne mit einem Tank. Warnzeichen wie Gereiztheit, Schlafprobleme oder ständige Erkältungen zeigen: Wir fahren auf Reserve und das kann auf Dauer nicht gut ausgehen. Doch, wo sind denn deine nächsten Tankstellen? Wo kannst du deinen Energiehaushalt wieder nachfüllen oder sogar mal volltanken? 

Wichtig ist dabei die Frage: Was tut mir persönlich gut? Welches Bedürfnis kommt meist zu kurz? Was brauche ich dafür oder was blockiert mich noch?


Besser ist

Den eigenen Bedürfnissen folgen. Wer im Job viel mit Menschen zu tun hat, braucht vielleicht Ruhe. Wer immer für andere sorgt, darf sich mal selbst verwöhnen. Und wer ständig alles im Griff haben will, könnte ein bisschen Abenteuer vertragen.


Fazit

Richtig Urlaub machen heißt vor allem: Ehrlich mit sich selbst sein – und wirklich loslassen. : )

Einen schönen Sommer euch. Genießt die Tage.
Wir sehen uns ab 18. August wieder.
Eure Nicole

Arbeit vor Vergnügen

Foto von Andrijana Bozic auf Unsplash


Der Spruch „Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen“ ist ein Klassiker – vertraut aus Kindheitstagen, Schule oder Berufsleben.
Er steht für Disziplin, Verantwortungsgefühl und den richtigen Fokus. Er erinnert uns daran, dass wir unsere Aufgaben erledigen sollten, bevor wir uns entspannen. In einer Welt voller To-do-Listen, digitaler Reizüberflutung und ständiger Selbstoptimierung kann dieser Satz jedoch schnell zur Last werden.
Doch was, wenn diese Haltung uns heute mehr stresst als stärkt?

Und ich dachte immer: „Genießen darf man erst, wenn man etwas geleistet hat.“ So, und wie schaffe ich es jetzt diesen Satz mit Leichtigkeit zu leben? Und was passiert eigentlich, wenn ich den Satz einfach mal umdrehe: „Zuerst das Vergnügen, dann die Arbeit“?


Der Alltag ist voll. Zeit für mehr Leichtigkeit.

Viele Menschen funktionieren im Arbeitsmodus fast dauerhaft. Erholung wird auf „danach“ verschoben. Doch in einem durchgetakteten Leben kommt „danach“ oft zu spät – oder gar nicht. Wie können wir also Arbeit und Vergnügen besser in Balance bringen, ohne unseren Anspruch aufzugeben?

Hier sind 5 mentale Tipps, wie du produktiv bleibst und trotzdem leicht durchs Leben gehst.

1. Verändere den Blickwinkel

Statt die Arbeit als lästige Pflicht zu sehen, betrachte sie als bewusste Entscheidung. Frag dich: Wofür mache ich das gerade? Oft steckt ein größerer Sinn hinter kleinen Aufgaben – sei es finanzielle Freiheit, persönliche Entwicklung oder das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben.

2. Baue Mini-Vergnügen ein

Das Vergnügen muss nicht erst am Ende des Tages kommen. Kurze Pausen, eine gute Tasse Tee, Musik beim Arbeiten oder ein Spaziergang nach einer Aufgabe – kleine Genussmomente machen den Tag leichter und helfen, motiviert zu bleiben.

3. Perfektionismus loslassen

Nicht alles muss perfekt sein. Wer versucht, jede Aufgabe zu 100 Prozent zu erfüllen, blockiert sich oft selbst. Besser: Prioritäten setzen, Wichtiges gut erledigen – und den Rest mit gutem Gewissen loslassen.

4. Belohnung bewusst gestalten

Plane nach getaner Arbeit gezielt etwas Schönes: ein Treffen mit Freunden, Zeit für dich selbst oder einfach nur Ruhe oder die Natur genießen. So verknüpfst du Arbeit mit etwas Positivem – und steigerst deine Vorfreude.

5. Achtsamkeit statt Dauerstress

Arbeite fokussiert, aber mit Pausen. Vergnüge dich bewusst, statt nebenbei aufs Handy zu schauen. Die Kunst liegt nicht darin, immer nur „produktiv“ zu sein, sondern das, was du tust, mit Präsenz zu erleben.


Fazit

„Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen“ darf uns leiten – aber nicht belasten. Mit Achtsamkeit, kleinen Genusspausen und einer liebevolleren Haltung zu uns selbst wird aus Disziplin ganz viel Leichtigkeit.


Der Sinn des Lebens

Für mich gehört zum Leben viel mehr als das Glücklichsein. Die Erfahrung von Sinn halte ich zum Beispiel immer noch für extrem wichtig. Aber ich akzeptiere Genuss und Glücklichsein heute als wichtige Säulen für ein einfaches und gutes Leben. Das ist ein Satz, den ich vor einigen Jahren noch nicht hätte sagen können. Ich glaube, dass die Einfachheit als innere Haltung ein Weg sein kann, um tatsächlich glücklich zu werden.


Teste dich selbst. Wie leicht ist mein Alltag?

Beantworte spontan mit Ja oder Nein

  1. Beginne ich den Tag oft ohne Pause bis zum Abend?

  2. Fällt es mir schwer, mir kleine Auszeiten zu erlauben?

  3. Habe ich häufig das Gefühl, „erst noch etwas leisten zu müssen“, bevor ich entspannen darf?

  4. Gönne ich mir selten bewusste Belohnungen nach getaner Arbeit?

  5. Bin ich selten im Moment – entweder im Tun oder im Genießen?

Auswertung

  • 0–1x Anwort Ja: Super! Du scheinst eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Vergnügen zu leben. : )

  • 2–3x Antwort Ja: Du funktionierst gut – doch vielleicht ist etwas mehr Leichtigkeit möglich?

  • 4–5x Antwort Ja: Zeit für einen liebevollen Blick auf dein Selbstmanagement. Kleine Veränderungen können viel bewirken.


Gut zu wissen

Wenn du merkst, dass der berufliche oder private Alltag oft schwerer wirkt, als er sein müsste – und du dich nach mehr Leichtigkeit, Klarheit und innerer Balance sehnst – kann ein Coaching oder eine Psychosoziale Beratung genau der richtige nächste Schritt sein.

Es bietet dir einen geschützten Raum, um innezuhalten, Muster zu erkennen und neue Wege zu entwickeln, die zu dir passen. Oft reicht schon ein Perspektivwechsel, um mehr Leichtigkeit ins Leben zu holen.

Vereinbare gleich einen Termin.

Ich freu mich auf dich.
Deine Nicole

Empty-Nest-Syndrom

Foto: Toronto, Kanada. März 2025


Die erwachsen gewordenen Kinder loslassen zu lernen, ist für Eltern ein schwerer Schritt. So schwer, dass die Wissenschaft den Folgen des Verlustgefühls sogar einen Namen gegeben hat: Empty-Nest-Syndrom.


Hello Toronto

Als meine 18jährige Tochter vor ein paar Wochen ihren Koffer packte und sich auf eine Sprachreise in die 6.800 Kilometer entfernte Stadt Toronto in Kanada begab, war meine Gefühlswelt anfangs sehr durchwachsen. Der Gedanke an ein leeres Nest – ohne sie – machte mich als Mama wehmütig. Das erste Kind, mein Mädchen. Vor kurzem hat sie noch ordentlich Schwung in die Bude gebracht. Und jetzt? Gleichzeitig verspüre ich auch eine belebende Aufbruchsstimmung. Endlich habe ich wieder mehr Zeit für mich, mehr Momente für die Partnerschaft und viel mehr Ordnung im Haus.

Bald kehrt sie wieder aus Toronto nach Hause zurück – mit einem Rucksack voller Lebenserfahrung und Eindrücke. Weltoffener, selbstsicherer und selbstbewusster.
Ab Herbst beginnt sie ihr Studium und wird dann für längere Zeit fort sein. Toronto ist nur der Beginn. Plötzlich kann ich nicht mehr automatisch am täglichen Leben meines Kindes teilhaben, wie es bis vor kurzem so selbstverständlich war. Loslassen lernen ist eine Challenge.


Wenn Eltern nicht loslassen können

Loslassen lernen fällt vielen Eltern nicht leicht. Doch irgendwann, bei den einen nach ein paar Wochen, den anderen nach ein paar Monaten, gewöhnt man sich an die neue Situation und kann die Vorteile, die dadurch entstehen, zu schätzen lernen. In manchen Fällen wird der Trennungsschmerz jedoch extrem und erscheint unüberwindbar, das Empty-Nest-Syndrom stellt sich ein. Nicht selten bleibt Eltern jahrelang wenig Zeit für ein Leben außerhalb der Elternrolle. Eine Tatsache, die sich oft erst jetzt bemerkbar macht. Ihr erkennt dabei, dass ihr euch lange Zeit vor allem über eure Kinder definiert habt und eure Identität und eure Lebensrollen erst wieder neu finden müsst.

Solche Eltern kompensieren den Verlust manchmal mit ständigen Anrufen und werfen mit wilden Ausreden für Besuche oder Einladungen um sich. Gebt euren Kindern den Freiraum, den sie sich wünschen. Wenn sie eine Zeit lang ohne euch auskommen möchten, tut das weh. Ihr solltet es aber akzeptieren. Das Ablösen dürft ihr nicht zu persönlich nehmen. Versucht euch eher darüber zu freuen, dass euer Kind sehr selbstständig ist.
Loslassen lernen heißt Vertrauen beweisen.


Loslassen beginnt lange vor dem Auszug der Kinder

Die Phase der Abkapselung vom Elternhaus beginnt nicht erst mit dem Auszug euer Tochter oder eures Sohnes. Sie beginnt bereits mit dem Einsetzen der Pubertät. Bestimmt habt auch ihr euch in dieser Zeit heftige Kämpfe mit eurem Teenager geliefert, habt euch entfremdet und eure Erziehung als gescheitert angesehen, weil nichts mehr von den Werten, die ihr eurem Kind von klein auf mitgegeben habt, in seinen Handlungen wiederzufinden war. Die Identitätskrise, die pubertierende Jugendliche durchlaufen, zeigt Eltern, dass es langsam an der Zeit ist das Kind loszulassen.
Loslassen heißt nicht Verlieren. Die Beziehung zu euren Kindern verändert sich einfach. Nähe und gute Ratschläge sind zeitweise einfach nicht mehr so sehr gefragt. Dennoch solltet ihr euren Kindern immer signalisieren, dass ihr offene Ohren für sie habt und ihnen immer Halt im Leben geben, wenn sie diesen brauchen. Zieht euer Kind aus, ist die Pubertät meist überwunden und die Beziehung verändert sich noch einmal.
Auch hier gilt weiterhin: Loslassen lernen und doch Dasein, wenn dein Kind dich wirklich braucht.


Neue Freiheiten gewinnen

Der Auszug des Kindes bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich, den ihr schnell schätzen und lieben lernen werdet: neu gewonnene, bzw. wiedergewonnene Freiheiten. All die Energie, die ihr bislang in euer Kind hineingesteckt habt, könnt ihr nun umleiten und für euer eigenes Leben verwenden.

Zeit für die Beziehung: Eltern haben wieder mehr Zeit für sich und damit auch Zeit, die Beziehung zueinander wieder mehr aufflammen zu lassen. Ihr habt nun Zeit nur für euch und könnt die Zweisamkeit, die ihr vor eurem Kind erlebt habt, wieder neu entdecken. Von der Eltern- zur Partnerschaftsrolle oder zur Ich-Rolle.

Zeit für Neues: Keine Tochter oder keinen Sohn mehr versorgen müssen, heißt auch mehr Zeit für Hobbys oder für etwas total Neues. Besonders Eltern, denen das loslassen lernen schwer fällt, kann es sehr helfen sich ein neues Hobby zu suchen. Etwas „gemeinsames Drittes“ oder einem langersehnten Wunsch nachgehen. Für uns beginnt damit auch ein neuer Lebensabschnitt, den wir selbst gestalten dürfen. Jetzt ist die beste Zeit für Möglichkeiten und Chancen nutzen. Einerseits eine gute Ablenkung, andererseits Fokussierung auf neue Projekte.

Mehr Freiraum: Ab jetzt gibt es keine nervigen Diskussionen mehr um die Badezimmerzeiten, keine Sorge vor dem hereinplatzenden Teenager beim Sex, keine ständigen Ermahnungen zum Aufräumen und kein Kümmern um Arzttermine mehr. Freiraum ohne Ende.


Sie stehen gut im Leben

Auch wenn das Empty-Nest-Syndrom zunächst schmerzhaft ist, ihr werdet euch an den Alltag ohne Kind gewöhnen und euer Leben auch auf diese neue Weise lieben lernen. Manchmal vermisst man die herausfordenden Zeiten, die in den vier Wänden über viele Jahre gelebt und durchlebt wurden. Denn auf einmal wird es ruhiger. Und auch dieses Gefühl von Trauer dürfen wir für einen Moment zulassen. Mit einem hoffnungsvollen und positiven Blick in die Zukunft: Auf das was noch noch so kommt. Wenn die Kinder ihren eigenen Platz im Leben noch nicht gefunden haben, können auch die Eltern sich nicht weiterentwickeln. Ablösen müssen sich beide – auf ihre eigene Weise.
Inzwischen meldet sich meine Tochter regelmässig. Sie hat total viel Spaß und es geht ihr sehr gut. Das beruhigt mich. Und ich spüre und vertraue darauf: Sie steht gut im Leben.


Gut zu wissen

Im 1:1 Setting: Eine Familienaufstellung, eine Beratung, ein Coaching oder deine Lebensrollen neu zu definieren – können dich dabei unterstützen, diesen Lebensabschnitt als Schönes und Wunderbares zu gestalten. Darüber zu reden, etwas anzugehen bewahrt dich vor Lebenskrisen, negativen Gefühlen, Ängsten und Unzufriedenheit.

Reden wir darüber.
Melde dich jederzeit gerne für ein offenes und vertrautes Gespräch. Termine nach Vereinbarung. Hier gehts zu meinem Kontakt.
Ich freu mich dich kennenzulernen.
Deine Nicole

 

Von N. Burtscher, L. Purrio

Verletzlichkeit schafft Veränderung

Eine Tabelle mit einer Spalte für „Arbeit“ und mit einer Spalte für „Privat“

Foto: Neue Narrative


Sei doch mal schwach. Verletzlichkeit bringt dich weiter.

Wer Gefühl zeigt, macht sich verletzlich. Verletzlich sein heißt, Schwächen zu haben, unsicher zu sein und den Panzer abzulegen, der in der Arbeitswelt leider häufig noch nötig ist, um weiterzukommen. Doch ganz ehrlich: Work hard, play hard war gestern. Gefühle und Unsicherheiten gehören zu uns und zur Arbeit. Organisationen sollten für diese Menschlichkeit viel mehr Raum geben und Verantwortung zeigen.

Denn wenn wir nicht erzählen, wie es uns geht, wenn wir nicht auf unsere Gefühle achten und rechtzeitig „Stopp“ sagen, wenn wir erkennen dass wir keine Maschinen sind, sondern auch emotionale, körperliche und mentale Grenzen haben, dann sind wir nie und nimmer authentisch.
Emotionen und Erfahrungen lassen sich nicht in privat und beruflich aufteilen. Unsere Innenwelt nehmen wir überall hin mit und es nützt nichts, sie zu ignorieren und zu unterdrücken. Wir brauchen eine Kultur der Verletzlichkeit.


Steh zu deinen Schwächen. Für mehr Mut am Arbeitsplatz.

Verletzlichkeit ist in unserer Gesellschaft nicht gerade hoch angesehen und es erfordert viel Mut, sie zu zeigen.
In der Arbeitswelt lernen wir, dass wir nicht kompliziert sein sollen, dass wir nur dann gute MitarbeiterInnen sind, wenn wir Aufgaben schnell, flexibel und ohne zu Jammern erledigen. Überfordert uns etwas, sollten wir durchhalten, obwohl wir manchmal innerlich versagen oder daran scheitern. Im Job wird man oft über die Leistung definiert und bekommt dadurch, mehr oder weniger, die Anerkennung und Wertschätzung, die wir uns so oft wünschen.

Unserem Körper und unserer Psyche ist nicht geholfen, wenn wir ihre Grenzen ignorieren.
Studien zeigen, dass das Miteinander in Beziehungen durch offene Kommunikation vertrauter und verlässlicher wird. Es wird ein Gefühl von psychologischer Sicherheit vermittelt, das helfen kann, Unsicherheiten und Probleme anzusprechen – offen und authentisch sein zu dürfen und sich als Mensch zu zeigen.

Sprechen wir im Team oder in Dialogen offen über Konflikte und Verletzungen, können wir Systeme von Mobbing, Ausgrenzung oder Überforderungen erkennen und benennen. Und nur wenn das gelingt, kann sich auch etwas verändern. Nur dann, wenn wir etwas von uns zeigen, können andere uns besser verstehen und mitfühlen.


Hör auf deine Emotionen. Sie sind ein Sprachrohr für unerfüllte Bedürfnisse und Wünsche.

Verletzlichkeit schafft Veränderung.
Emotionen zu zeigen und zu benennen („Name it to tame it“ von Daniel Siegel), bedeutet für sich und seine Gefühle einzustehen und andere dazu aufzufordern hin- statt wegzusehen. Erst durch unsere Gefühle werden Bedürfnisse sichtbar, spürbar und erkennbar. Sie sind somit wie ein Sprachrohr unserer Bedürfnisse und Wünsche: Wie geht’s mir wirklich? Welches Bedürfnis kommt grad zu kurz? Was muss ich tun, damit mein Bedürfnis genährt wird?
Fazit: Es ist sogar total wichtig auf unsere Gefühle zu hören. Nur so schaffst du Veränderung in eine positive Richtung.


Eine Anleitung für mehr Verletzlichkeit.
Klarheit schaffen: Worin besteht die Spannung?

Häufig geht es uns schlecht, aber wir können nicht ganz konkret benennen, was eigentlich los ist. Wir schleppen uns zur Arbeit und fühlen einen Widerwillen. Liegt es daran, dass bestimmte KollegInnen nie „Guten Morgen“ sagen? Fühlen wir uns nicht genug beachtet? Sind wir überlastet? Oder gibt es noch einen anderen Grund? Der erste Schritt in Richtung Veränderung ist die konkrete Erkenntnis, was eigentlich los ist.
Um Verletzlichkeit zu üben, kannst du dir im Vorfeld überlegen was du auch auf der Arbeit teilen möchtest und was nicht.

Denk dran: Du musst nicht alles preisgeben. Nur das was für dich stimmig ist.

So kann z.B. die Information einer belastenden Trennung wichtig sein, um transparent zu machen, warum du schlecht gelaunt oder traurig erscheinst. Dies schreibst du in das Feld „Arbeit“. Die genauen Umstände – z.B. dass du verlassen wurdest, weil die andere Person sich neu verliebt hat, möchtest du vielleicht lieber für dich behalten und schreibst dies dann in das Feld „Privat“.

Ein kleine Hilfe für dich: Für diese Übung zeichnest du deinen Arbeitsraum und deinen Privatraum (siehe Skizze). In diese beiden Räume schreibst du nun, was du für dich behalten möchtest und wovon du im Job erzählen willst. So bekommst du für dich auch viel mehr Klarheit in deinem Rollenverständnis.


Achtsam kommunizieren: Ich Botschaften

Ist dieser Schritt abgeschlossen, wissen wir nicht nur, was uns eigentlich stört, sondern auch, was davon in die Arbeit gehört und was nicht. Nun kommt der schwierigste Teil, der den meisten Mut erfordert. Wir müssen mit anderen reden. Wir wollen eine Veränderung und deshalb bei der Arbeit ins Gespräch kommen. Das fällt vielen Menschen besonders schwer, da es in unserer Gesellschaft an geeigneten Strategien und Räumen für Konflikte und offene Kommunikation mangelt.

Doch auch hier können wir uns ganz konkret vorbereiten und Schritt für Schritt erlernen, wie eine bessere Kommunikation gelingt.

Du wirst merken, dass Menschen offener für Gespräche sind, wenn wir nicht angreifend sagen: „Du bist unfreundlich“, sondern: „Ich nehme dein Verhalten morgens im Büro oft als ablehnend wahr.“ So prangerst du nicht den kompletten Charakter der oder des anderen an, sondern beziehst dich auf deine eigene Wahrnehmung sowie auf einzelne Handlungen oder Verhaltensweisen.

Anschließend kannst du noch einen konstruktiven Wunsch formulieren. Zum Beispiel: „Ich wünsche mir, dass wir freundlich und wertschätzend miteinander umgehen und uns morgens kurz begrüßen.“

Es ist nicht leicht, sich ernsthaft mit sich selbst und anderen auseinanderzusetzen, doch es ist die Mühe wert. Nur so können wir die Beziehung zu uns selbst und zu anderen stärken. Nicht nur im Privaten, sondern auch bei der Arbeit.
Denn: Organisationen werden durch authentische Menschen gestaltet und lebendig.


Die Rolle der Organisation.

Verletzlichkeit kann am Arbeitsplatz nur ihren Ort finden, wenn die Strukturen der Organisation es hergeben.
Für Veränderungen braucht es nicht nur die Kraft Einzelner, sondern strukturelle Gegebenheiten und die Unterstützung seitens der Arbeitgeber. MitarbeiterInnen und Teams müssen die Freiheit haben, ihren Arbeitsplatz mitgestalten zu können und sollten signalisiert bekommen, dass ihre Stimmen gehört werden. Es braucht sichere Orte für vertrauensvolle Gespräche. Supervisionen, Coachings und Teamtage, die den kollegialen Zusammenhalt fördern können, sollten finanziell ermöglicht werden.
Unternehmen tragen die Verantwortung, gute Arbeitsplätze zu schaffen, die auch für die psychische Gesundheit und das mentale Wohlbefinden der Menschen in der Organisation ein unterstützendes Umfeld ermöglichen.


Mein Tipp. Hol dir deine Must-have-Tools.

Diese Fähigkeiten von einer wertschätzenden Kommunikation oder du selbst in deinem Rollenverständnis, entwickelst du in einem Einzelcoaching oder einem Impulsvortrag oder Workshop bei mir in meinem Beratungsraum in Bludenz.
Das Erlernte anzuwenden macht Spaß und hat einen angenehmen Nebeneffekt, es steigert enorm die Vitalität. Persönlichkeitsentwicklung im weiteren Sinn ist das Resultat.

Termine nach Vereinbarung.

Ich freu mich.
Deine Nicole

 

Quelle: Neue Narrative, Nicole Burtscher

Ein Blick aus dem Fenster

Foto: Nicole Burtscher. Blick vom Kloster Viktorsberg auf das Rheintal (Vorarlberg).


Wenn der Blick schweift, sind die Gedanken frei.

Immer nur auf den Bildschirm starren: Das tut der Kreativität nicht gut. Wer stattdessen frei im Raum herumschaut oder mal einen Blick aus dem Fenster wirft, kommt auf doppelt so viele verschiedene Ideen.

Aus dem Fenster zu schauen und den Blick nach draußen wandern zu lassen, ist keine Zeitverschwendung. Manchmal, wenn unser Blick so in die Ferne schweift, versuchen wir gar nicht, unsere Umwelt genau zu beobachten. Stattdessen versuchen wir, zu reflektieren, um unseren Blick auf uns selbst zu richten. Wir nutzen den Blick aus dem Fenster zur Introspektion und Reflexion.


Fenster sind wie Tore zu unserem Verstand.

Sie sind eine unverzichtbare Ressource für viele Träumer in unserer Welt. Fenster sind auch wichtig für Menschen, die nach einem stressigen Tag eine Pause brauchen, und vielleicht ihren Kopf gegen das Fensterglas im Zug lehnen, wenn sie auf dem Weg nach Hause sind. Denn das sind die Momente, in denen wir anfangen zu träumen. Wir nehmen uns selbst die Freiheit, Erleichterung in einem stressigen Alltag zu finden und tun so etwas Gutes für uns.


Aus dem Fenster schauen ist unproduktiv.

Für die Gesellschaft bedeutet es, dass wir im gegenwärtigen Moment nicht da sind, kein Interesse zeigen, abwesend sind und gerade verantwortungslos handeln. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum wir unseren Gedanken wahrscheinlich nicht oft gestatten, abzuschweifen, und uns nicht den Blick auf uns selbst erlauben.

Doch dieses Nichtstun ist eine total wichtige mentale Intervention für Vielbeschäftigte.
„Wenn du viel zu tun hast, dann tue am besten mal nichts“, sagen Psychologen und Neurowissenschaftler. Dies zeigt: Unser Gehirn braucht Zeiten der absoluten Ruhe. Auch wenn der Geist für intensive Aktivitäten außerordentlich gut entwickelt ist, muss unser Gehirn, um normal funktionieren zu können, auch mal nichts tun, ruhen und pausieren.


Ruhezustand im Gehirn.

Der Ruhezustand im Gehirn (Default-Mode-Netzwerk) ist laut Wissenschaft und Forschung hochaktiv wenn wir nichts tun. Wie ein Autopilot wird das Netzwerk aktiv, wenn wir uns Tagträumen hingeben, faul auf der Couch sitzen und dösen oder bei der Arbeit aus dem Fenster starren. Dies zeigt: Das Ruhenetzwerk in unserem Gehirn ist so wichtig für gute Lösungen, neue Ideen, mehr Energie und Lebensqualität.

Um die 90% unserer Gedanken beschäftigen sich mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft. Viel zu wenig sind wir im jetzigen Moment. Der Blick aus dem Fenster ist ein achtsames Ritual, dieses du jederzeit und überall anwenden kannst.


Das Fenster: Der Platz, der uns zum Träumen einlädt.

Einer der besten Plätze, um dieses verborgene Potenzial auszuschöpfen, ist vor einem Fenster. Der Blick in die Welt zu einem bestimmten Zeitpunkt des Tages ist wie ein Termin mit uns selbst. So übertreten wir die Schwelle in jene innere Welt, die so viele von uns vernachlässigen. In eine Welt, um die wir uns zu wenig kümmern, die wir nicht besonders pflegen, weil die Außenwelt zu viel von uns verlangt. Die heutige Gesellschaft möchte, dass wir zu jeder Zeit Leistung zeigen und auf all die endlosen Reize konzentriert sind, die auf uns einprasseln.


Ein mentaler Energiebooster: Der Blick aus dem Fenster wirkt.

Menschen, die ihre Aufmerksamkeit breiter verteilen, entwickeln mehr kreative Ideen. Den Blick nach draussen frei schweifen zu lassen und dabei noch frische Luft einzuatmen, kann deinen Ideenfluss absolut fördern, deine Kreativität steigern und viel mehr Lust, Freude und Antrieb auf das Nächste entwickeln.

 

Quelle: Nicole Burtscher, Spektrum der Wissenschaft

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