
Foto von Nicole Burtscher
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Zum Ferienbeginn erlebe ich jedes Jahr aufs Neue, wie sehr viele Menschen aufatmen.
Endlich ein wenig raus aus dem Alltag. Raus aus Terminen, Verpflichtungen, To-do-Listen und diesem Gefühl, ständig funktionieren zu müssen.
Ganz ehrlich: Ich kann das total verstehen.
Manchmal ist der Körper zwar schon im Urlaub oder in der freien Zeit angekommen, aber der Kopf läuft noch weiter. Gedanken an die Arbeit, offene Aufgaben oder Dinge, die noch erledigt werden sollten, sind nicht einfach mit dem letzten Arbeitstag verschwunden.
Oft braucht es ein paar Tage, bis wir wirklich spüren:
Jetzt darf ich langsamer werden.
Jetzt muss ich nicht sofort reagieren.
Jetzt darf ich einfach einmal sein.
Lange war sich die Forschung gar nicht so sicher, ob Urlaub wirklich so stark erholsam wirkt, wie wir es uns oft wünschen. Eine neue Überblicksarbeit zeigt nun aber deutlich: Auszeiten vom Job können unser Wohlbefinden spürbar steigern.
Urlaub beginnt bei mir
Mir gefällt daran besonders gut, dass Erholung nicht nur dadurch entsteht, dass wir wegfahren. Für mich beginnt Erholung dort, wo ich innerlich Abstand gewinnen darf.
Wo ich nicht ständig erreichbar sein muss.
Wo ich nicht leisten muss.
Wo ich wieder mehr spüre, was mir guttut.
Wo Zeit nicht nur gefüllt, sondern wirklich erlebt wird.
Ein erholsamer Urlaub muss aus meiner Sicht nicht perfekt sein. Er muss nicht weit weg sein, nicht teuer, nicht durchgeplant und auch nicht besonders spektakulär. Oft sind es die einfachen Dinge, die uns wieder näher zu uns selbst bringen: gemütlich frühstücken, barfuß gehen, lesen, lachen, draußen sein, gute Gespräche führen oder einfach einmal nichts tun.
Und genau dieses Nichts-Tun fällt vielen von uns gar nicht so leicht.
Weil wir gewohnt sind, weiterzumachen.
Weil wir gelernt haben, produktiv zu sein.
Weil Pausen manchmal fast ein schlechtes Gewissen auslösen.
Dabei ist Erholung kein Zeichen von Schwäche. Für mich ist sie ein wichtiger Teil von Selbstfürsorge, Gesundheit und innerer Stabilität.
Urlaub darf eine Einladung sein, wieder bei sich selbst anzukommen. Vielleicht auch mit der ehrlichen Frage:
Was brauche ich gerade wirklich?
Mehr Ruhe?
Mehr Bewegung?
Mehr Leichtigkeit?
Mehr Nähe?
Mehr Alleinzeit?
Mehr Natur?
Mehr Sein statt Tun?
Gerade zum Ferienbeginn wünsche ich mir, dass wir Urlaub nicht nur als Belohnung für geleistete Arbeit sehen. Sondern als wichtigen Raum, in dem wir auftanken dürfen. Als Zeit, in der nichts optimiert werden muss. Als Möglichkeit, wieder mehr Verbindung zu spüren – mit uns selbst, mit unseren liebsten Menschen und mit dem, was im Alltag oft zu kurz kommt.
Denn ja: Urlaub wirkt.
Vor allem dann, wenn wir ihn nicht nur nehmen, sondern auch wirklich zulassen.
Genießt den Sommer,
Eure Nicole
